Beim Thema Blackout gehen die Meinungen weit auseinander. Bevor ich selbst tätowiert habe, konnte ich den Reiz ehrlich gesagt auch nicht ganz nachvollziehen. Mit der Zeit habe ich jedoch nicht nur die Ästhetik immer mehr schätzen gelernt, sondern auch die Technik dahinter.
Was auf den ersten Blick nach „einfach nur ausmalen" aussieht, ist technisch anspruchsvoll. Eine große Fläche gleichmäßig, satt und sauber zu tätowieren, sodass sie ruhig und ebenmäßig abheilt, erfordert viel Kontrolle und Erfahrung.
Doch wann ist ein Blackout sinnvoll?
Aus meiner Erfahrung entscheiden sich die wenigsten Menschen ohne oder mit sehr wenigen Tattoos direkt für ein Blackout. Häufig entsteht dieser Wunsch, wenn jemand mit bestehenden Tattoos unzufrieden ist und nach einer klaren, konsequenten Lösung sucht. Natürlich gibt es Tätowierer:innen, die sich auf Cover-ups spezialisiert haben und nahezu alles überarbeiten können. Ein Blackout ist jedoch eine bewusste gestalterische Entscheidung – und nicht nur eine „Notlösung".
Ich persönlich mag an Blackouts die Ruhe, die sie ausstrahlen. Sie wirken schlicht, modern und kraftvoll. Gerade in Kombination mit anderen Tattoos können sie einen spannenden Kontrast schaffen. Blackout bedeutet dabei nicht zwangsläufig, dass eine Fläche komplett schwarz sein muss. Sehr gerne kombiniere ich schwarze Flächen mit geometrischen Mustern oder Mandalas. So lassen sich Formen auf dem Körper neu definieren, Proportionen betonen und bestehenden Motiven bewusst ein Gegengewicht geben.
Eine weitere Möglichkeit ist ein sogenannter „Blastover". Dabei wird ein neues, meist abstraktes schwarzes Motiv über bereits vorhandene Tattoos gesetzt. Das alte Motiv wird nicht vollständig verdeckt, sondern bleibt teilweise sichtbar – es entsteht eine zweite Ebene mit Tiefe und Kontrast.
Am Ende bleibt ein Blackout – wie jedes Tattoo – eine sehr individuelle Entscheidung. Wenn du jedoch mit bestehenden Arbeiten unzufrieden bist oder nach einer klaren, gestalterischen Lösung suchst, kann es sich definitiv lohnen, darüber nachzudenken.
Schau dir gerne auch meine Wanna Dos in der Galerie an – dort findest du Designs, die ich besonders gerne umsetzen würde.